Die Borgloher Spritzenhäuser


Das erste Spritzenhaus stand gemeinsam mit einem Speicher (Pastors Spieker) und einer Scheune auf dem Gelände des Pfarrhofs in Borgloh. Dieses Spritzenhaus war der Unterstellplatz u.a. für Leitern, Feuerhaken, Ledereimer und der "Feuersprütze" der damaligen sogenannten "Spritzengesellschaft" und gleichzeitig auch das Gemeindearrestlokal.

Mit Beschluss des Gemeindeausschusses vom 10. Dezember 1867 wurden diese drei inzwischen baufällig gewordenen Gebäude abgerissen. Eine neue Scheune für die Lagerung von Pastors Korn und den Kirchenhafer wurde an alter Stelle errichtet.


• Am 27. Dezember 1868 beschloss der Gemeindeausschuss den Neubau eines Spritzenhauses (das 2. Spritzenhaus) am sogenannten Brandteich über der Kalkkuhle (Alte Straße). Das daraufhin 1876 erbaute Spritzenhaus wurde wohl nicht mit der erforderlichen Gründlichkeit und Standfestigkeit gebaut.


• Deshalb wurde ein neues Spritzenhaus (das 3. Spritzenhaus) mit "Wachtlocal" (Arrestzelle) an der Alten Straße 10 (siehe obiges Foto) von Tischlermeister Conrad Bergstermann für 665 Reichsmark gebaut und zum 1. Dezember 1877 fertiggestellt.

Im Jahre 1928 wurde ein hölzerner Schlauchturm (Baukosten: 950,50 Reichsmark) hinzugefügt , der etwa fünf Jahre später wieder entfernt wurde, die notwendigen Schlauchtrocknungen erfolgten zentral an anderer Stelle.



 • Für 4.800 Mark wurde ein neues
  Gerätehaus (das 4. Feuerwehrhaus) an
  der Schulstraße in den Jahren 1932/33
  gebaut.



  Spritzenhaus von 1932


  • Nach zwei Jahren Bauzeit konnte im
  Oktober 1977 an der Kirchstraße der
  neue Baukomplex des nunmehr fünften
  Borgloher Feuerwehrhauses mit großer
  Fahrzeughalle und zwei integrierten
  Wohnungen seiner Bestimmung
  übergeben werden.





Spritzenhaus von 1977

Renovierung des Spritzenhauses von 1877

Das 145 Jahre alte Gebäude ist seit 2004 im Besitz des Heimatvereins der Samtgemeinde Borgloh.

Durch viele freiwillige Helfer und Sponsoren, sowie der Sparkassenstiftung Osnabrück, ist es gelungen, die Bausubstanz im wesentlichen zu erhalten und aus dem alten Haus ein Schmuckstück zu machen. Um die Baumaßnahmen zu verwirklichen benötigte man ca. 1 Jahr.



Das Bild auf der linken Seite zeigt das Spritzenhaus nach der ersten Grundrenovierung













Entstanden sind dadurch im Erdgeschoss ein 60 Quadratmeter großer Mehrzweckraum mit einer WC-Box, der auch für standesamtliche Trauungen genutzt werden kann. Die über einhundert jährige Möblierung aus dem Bestand eines Borgloher Bauernhofes mit Sesseln, Tischen und einem Aufsatzschrank und die Gemälde vom Borgloher Maler Rocco Chirico und Änne Vinke wurden entsprechend dem historischen Charakter des Gebäudes für die Innengestaltung verwendet.

Im Obergeschoss entstand ein Archivraum für wertvolle Dokumente, Fahnen und historische Fotos und ein vorgelagertes Büro mit einem Computer-Arbeitsplatz.









Im hinteren Außenbereich wurde eine Glasdachterrasse über eine neue Pflasterfläche gebaut. Und das gesamte Gebäude erhielt einen neuen rottonigen Anstrich durch die Maler eines ortsansässigen Fachbetriebes. Den erfolgreichen Abschluss der umfangreichen Umbaumaßnahmen übernahmen hilfreiche Mitglieder des Heimatvereins mit der Reinigung der Dachflächen im Jahr 2020. Damit war ein kostenintensives Projekt abgeschlossen und dadurch für den Heimatverein ein vorzeigbares Ergebnis gemeinsamer Arbeit in ansprechender Optik an der Alten Straße 10 entstanden.



So sieht das Spritzenhaus 2022 aus